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TIPPS FÜR IHRE GESUNDHEIT

Rückenschmerzen

Definition
Bezeichnung für Schmerzen in der mittleren und unteren Lendenwirbelsäule. Man unterscheidet zwischen reinem Kreuzschmerz und in die Beine ausstrahlendem Schmerz (Ischialgie).

Ursache(n)
Die häufigsten Ursachen im jüngeren Lebensalter sowie bei körperlich anstrengenden Berufen sind Überlastungsprobleme der Muskulatur und des Weichteilgewebes sowie statische Fehlhaltungen. Mit zunehmendem Alter unterliegt die Wirbelsäule jedoch genauso wie die anderen Bestandteile des Skelettsystems einem chronischen Verschleißprozess. Dieser kann Bandscheiben, Wirbelgelenke und beteiligte Weichteile betreffen.
Von den Bandscheiben ausgehender Schmerz kann nur im Rücken zu spüren sein oder in die Beine ausstrahlen (Ischialgie). Durch verschleißbedingte Vorwölbungen der Bandscheiben können Nervenwurzeln und Bandstrukturen unter Druck geraten und einen charakteristischen Schmerz auslösen, der sich typischerweise im Sitzen verschlechtert. Die Nerven werden durch den Druck gereizt, die Schmerzausstrahlung (Ischialgie) erfolgt im Bereich der durch diese spezielle Nervenwurzel versorgten Haut und Muskulatur. Ähnliche Schmerzen treten auch beim Bandscheibenvorfall auf.
Die kleinen Wirbelgelenke können ebenfalls einen zunehmenden Verschleiß entwickeln, ähnlich wie andere Gelenke im menschlichen Körper, so dass Schmerzen vor allem beim Stehen und Gehen auftreten. Die Beschwerden nehmen typischerweise in Rückneigung zu und in Vorneigung sowie im Sitzen ab.
Darüber hinaus können auch schwer wiegende Krankheiten wie Infektionen, Tumorerkrankungen oder Gefäßleiden Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule verursachen. Zudem können Kreuzschmerzen bei psychischen Belastungen sowie Stress auftreten. Eine spezielle Form von Kreuzschmerz kann während einer Schwangerschaft auftreten. Diese Beschwerden verschwinden gewöhnlich nach der Geburt.
Die Ursache des Kreuzschmerzes kann auch außerhalb der Wirbelsäule zu finden sein, zum Beispiel im benachbarten Bauchraum. Von dort können von erkrankten Organen (zum Beispiel Nieren, Dünn-/Dickdarm, Bauchspeicheldrüse) ausgehende Schmerzen über das Nervensystem in den Lendenbereich ausstrahlen. Deshalb ist es wichtig, durch eine genaue Untersuchung, gegebenenfalls mit Blutuntersuchungen und radiologischen Methoden, die Ursache von Rückenschmerzen möglichst genau festzustellen, insbesondere wenn diese länger als sechs Wochen anhalten.

Merkmale, Diagnostik, Verlauf
In den industrialisierten Ländern leiden viele Leute unter Schmerzen im Kreuz. Man schätzt, dass zirka 80 bis 90 Prozent aller Menschen einmal in ihrem Leben an Kreuzschmerzen leiden. Am häufigsten sind die 30 bis 50-Jährigen betroffen. Durch die zunehmende Lebenserwartung sind jedoch auch immer mehr ältere Menschen durch funktionseinschränkende chronische Rückenbeschwerden in Ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.
Auslöser sind meist mechanische Faktoren wie schweres Heben, Bück- oder Drehbewegungen, vorzugsweise nach längeren Anstrengungen. Während anfänglich die Schmerzen nur gelegentlich in Erscheinung treten, werden sie mit zunehmendem Verlauf häufiger und stärker und bleiben auch in den Erholungsphasen bestehen. In diesen Fällen ist der Übergang zu chronischen Rückenschmerzen fließend.
Akute, plötzlich einschießende Schmerzattacken (Lumbago) mit Fehlhaltungen können durch Blockierungen der kleinen Wirbelgelenke oder auch durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen werden. Häufig sind auch blockierte Ileosacralgelenke (ISG) Ursache einschiessender Rückenschmerzen.
Häufige Symptome sind belastungsabhängige Bewegungs- und Belastungsschmerzen. Die wirbelsäulennahe Muskulatur ist oft schmerzhaft verspannt. Dadurch können bestimmte Stellungen und Haltungen besonders quälend sein.
Begleitend aber auch als alleiniges Symptom können in die Beine ausstrahlende Schmerzen auftreten. Dies kann, muss aber nicht durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst sein. Auch Überlastungen der Bandstrukturen insbesondere der unteren Lendenwirbelsäule sowie ISG-Blockierungen können derartig ausstrahlende Schmerzen ins Gesäß sowie in die Beine verursachen.
Der chronische Verlauf ist meist von wellenförmigem Charakter, das heißt an Phasen mit akut auftretenden starken Kreuzschmerzen schließen sich Phasen der Schmerzfreiheit an. Diese Phasen können jedoch im weiteren Verlauf deutlich kürzer werden, so dass sich ein auch in Ruhe bestehender Dauerschmerz entwickelt.

Komplikationen
Für den einfachen muskel- oder verschleißbedingten Kreuzschmerz sind keine Komplikationen bekannt.

Behandlung
Im Vordergrund der Behandlung des Kreuzschmerzes stehen krankengymnastische und physikalisch-therapeutische Maßnahmen. Hierzu zählen die klassische Massage, spezielle Wasseranwendungen (Hydro- und Balneotherapie), Wärmeanwendungen (Thermotherapie) und die Strombehandlung (Elektrotherapie).
Im akuten Stadium ist meist eine symptomatische Therapie, also die Gabe von Schmerzmedikamenten, sowie eine vorübergehende Schonung für drei bis fünf Tage ausreichend. Die so genannte Stufenbettlagerung, bei der der Patient auf dem Rücken liegend die Beine in Hüft und Kniegelenk abgewinkelt auf Kissen lagert, erzeugt meist eine rasche Besserung der Beschwerden.
Bei länger dauernden Schmerzen haben zusätzlich krankengymnastische und physikalisch-therapeutische Behandlungsformen einen herausragenden Stellenwert. Der längerfristige Gebrauch von Schmerzmitteln sollte vermieden werden. Daneben können hier die Methoden der Komplementärmedizin wie zum Beispiel Akupunktur oder andere komplementärmedizinische Verfahren Anwendung finden.
Bei Versagen der beschriebenen konservativen Maßnahmen können Injektionsbehandlungen und spezielle Kathetermethoden weiter helfen. Erst wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten versagen und nur in Ausnahmefällen bleibt noch die Operation.
In der modernen Wirbelsäulenchirurgie können selbst große Eingriffe wie zum Beispiel Versteifungsoperationen mit mikrochirurgischen und wenig belastenden Techniken sicher und schonend durchgeführt werden. Sinnvoll ist dies jedoch nur nach eindeutiger Diagnosestellung sowie nach Ausschöpfung aller konservativen Therapiemöglichkeiten.

Vorbeugende Maßnahmen
Beste Vorbeugung ist die Erhaltung einer kräftigen Rücken und Bauchmuskulatur durch regelmäßige sportliche Betätigung. In Rückenschulen wird unter der Anleitung fachkundiger Physiotherapeuten oder auch Ärzte rückengerechtes Verhalten gelehrt. Ziel ist es, eine der Leistungsfähigkeit der Wirbelsäule angepasste Lebensführung in Alltagsbelastungen als auch am Arbeitsplatz zu vermitteln. Darüber hinaus lernen die Patienten Kräftigungs- und Entspannungsübungen für die verkrampfte Rückenmuskulatur, die sie selber zu Hause machen können. Wichtig sind auch allgemeine Maßnahmen wie Gewichtsreduktion oder das Vermeiden langdauernder einseitiger Belastungen.

Tipps gegen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind eine wahre Volkskrankheit. Fast jeder Zweite leidet irgendwann darunter. Sie können aber einiges dagegen tun. Nachstehend ein paar hilfreiche Tipps:

Richtig Sport treiben
Wenn Sie während der Arbeit hauptsächlich sitzen, sollten Sie sich wenigstens in Ihrer Freizeit bewegen. Geeignete Sportarten sind zum Beispiel:

Radfahren: Achten Sie auf einen geraden Rücken. Kippen Sie Ihre Hüften so, dass Ihr Oberkörper gerade bleibt.
Schwimmen: Vor allem Kraulen und Rückenschwimmen sind ideal. Beim Brustschwimmen oder Delphin können Nacken und Rücken verkrampfen.
Rudern: Auch hier ist der gerade Oberkörper wichtig. Die Kraft sollte aus Beinen und Armen kommen.
Jogging/Walking: Achten Sie auf gutes Schuhwerk. Am besten lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten. Die richtigen Laufschuhe verhindern Schläge in den Rücken und schonen die Gelenke.

Richtig sitzen
Achten Sie darauf, dass Ihr Oberkörper gerade aufgerichtet ist und Ihre Beine leicht gespreizt am Boden stehen. Beine nicht verschränken. Das Becken soll leicht nach vorne gekippt sein. Ein guter, verstellbarer Stuhl hat eine Rückenlehne, die bis unter Ihre Schulterblätter reicht.

Richtig bücken
Sie entlasten Ihre Wirbelsäule, wenn Sie beim Bücken in die Knie gehen und den Oberkörper gerade und leicht nach vorne geneigt halten. Wer besonders lange Beine hat, neigt besser den Oberkörper und stützt sich dafür mit einer Hand ab.

Richtig Lasten heben
Versuchen Sie unbedingt, Ihren Rücken gerade zu halten und die Bauchmuskeln anzuspannen. So geht die Belastung nicht in den Rücken sondern in Knie- und Hüftgelenke. Drücken Sie sich beim Hochkommen vom Boden ab und halten Sie die Last möglichst nahe am Körper. Drehen Sie sich nicht während dem Hochheben. Das ist Gift für die Wirbelsäule!

Richtig tragen
Rucksack, Einkaufswagen oder Koffer mit Rädern sind rückenschonende Transportmittel. Wenn Sie Taschen tragen, verteilen Sie das Gewicht wenn möglich auf zwei, in jeder Hand eine. So vermeiden Sie einseitige Belastung.

Richtig liegen
Auf dem Rücken oder auf der Seite mit angewinkelten Beinen liegen, ist besonders gesund. Liegen Sie gerne auf dem Bauch, so winkeln Sie besser ein Bein an und legen ein Kissen darunter, damit die Wirbelsäule nicht "durchhängt". Achten Sie darauf, dass Ihre Matratze weder zu weich noch zu hart ist. Beides krümmt die Wirbelsäule.


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