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TIPPS FÜR IHRE GESUNDHEIT

Kopfschmerz

Bing-Horton-Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Konversionskopfschmerz, Neuralgien, Spannungskopfschmerz, Trigeminusneuralgie, vaskulärer Kopfschmerz

Definition
Schmerzen unterschiedlicher Art, Intensität und Lokalisation im Bereich des Kopfes als Folge von Durchblutungsstörungen und Erkrankungen im Kopfbereich oder Erkrankungen des gesamten Organismus.

Ursachen
Der knöcherne menschliche Schädel beherbergt das Gehirn als oberste Instanz aller Funktionen des Organismus und weitere Strukturen, die der Blutversorgung und dem Schutz des Gehirns dienen. Das Gehirn selbst besteht aus Milliarden von miteinander verflochtenen Nervenzellen und wird von bindegewebigen Schutzhüllen, den so genannten Hirnhäuten umgeben.
Die Blutversorgung des Gehirns erfolgt über die Halsschlagadern, die ein sich auffächerndes Gefäßsystem außerhalb und innerhalb des knöchernen Schädels mit zahlreichen Querverbindungen speisen. Die Nervenzellen des Gehirns sind an sich nicht schmerzempfindlich. Das allseits bekannte Symptom des Kopfschmerzes gelangt zu Bewusstsein durch Reizung bestimmter Schmerzrezeptoren, die in den Hirnhäuten und entlang der hirnversorgenden Gefäßbahnen lokalisiert sind.

Kopfschmerzen zählen zu den am häufigsten beklagten Beschwerden überhaupt. Sie können zu einer starken Beeinträchtigung des subjektiven Wohlbefindens führen.
Das Ursachenspektrum der Kopfschmerzen reicht von Durchblutungsstörungen des Kopfes oder Verspannungen bei psychischer Überforderung über Erkrankungen von Augen und Ohren bis hin zu Hirntumoren, wobei gefäßbedingte Ursachen mit ungefähr 80 Prozent an der Spitze stehen. Und - so makaber es tönt - Kopfschmerzmittel können ihrerseits die Auslöser von Kopfschmerz sein, wenn sie über längere Zeit regelmäßig eingenommen werden.

Nachstehend ein Überblick über die häufigsten Ursachen von Kopfschmerzen:

Primäre Kopfschmerzen:

  • Vaskuläre Kopfschmerzen einschließlich Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • Kopfschmerzen als Ausdruck psychischer Konfliktsituationen (Konversionskopfschmerzen)
  • Hirnnervenneuralgien

Symptomatische Kopfschmerzen:

  • Hirntumore
  • Entzündliche Erkrankungen des Gehirns
  • Gefäßmissbildungen des Gehirns
  • Traumatische Hirnverletzungen
  • Epilepsie
  • Erkrankungen des knöchernen Schädels
  • Erkrankungen der hirnversorgenden Gefäße
  • Augen-, Nebenhöhlen-, Ohr-, Zahn- und Kiefererkrankungen
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule

Kopfschmerzen bei Allgemeinerkrankungen:

  • Bluthochdruck
  • Allergien
  • Allgemeininfektionen mit Fieber
  • Blutarmut (Anämie)
  • Vergiftungen
  • Medikamentenmissbrauch

Behandlung
Für die Behandlung der primären Formen des Kopfschmerzes wie vaskulärer Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz oder Konversionskopfschmerz stehen im Wesentlichen folgende Verfahren zur Verfügung:
Medikamententherapie:
Es sind zahlreiche Substanzen mit unterschiedlich starker, schmerzstillender Wirkung bekannt, wobei bei Kopfschmerzen vor allem Substanzen aus der Gruppe der nicht steroidalen Antiphlogistika und Analgetika wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Indometacin zum Einsatz kommen. Die Wirksamkeit der Substanzen im Einzelfall muss individuell getestet werden. Wegen der nicht unbedeutenden Nebenwirkungen ist vor einem chronischen Gebrauch von Schmerzmitteln zu warnen.
Entspannungstraining (autogenes Training, Yoga etc.): Bei der Entstehung fast aller Formen des primären Kopfschmerzes spielen psychische Faktoren wie Stress, chronische Überlastung im Berufs- oder Privatleben oder emotionale Anspannung eine wesentliche Rolle. Dementsprechend empfiehlt sich als Ergänzung zur schmerzstillenden Medikamentenbehandlung im Anfall jede Form von Entspannungstraining, die zur psychischen Stabilisierung und Selbstkontrolle beiträgt.
Homöopathie und Akupunktur: Erweisen sich die oben genannten Behandlungsmöglichkeiten für Kopfschmerzen als wirkungslos, können durch nicht schulmedizinische Alternativverfahren wie Homöopathie und Akupunktur in Einzelfällen erstaunliche Ergebnisse erzielt werden. Diesbezüglich empfiehlt sich ein Besuch beim Spezialisten.
Psychotherapie: Liegen die Ursachen des Kopfschmerzes in unbewussten psychischen Konflikten begründet, kommt als Verfahren die Wahl eine Psychotherapie in Betracht. Grundsätzlich setzt eine erfolgreiche Psychotherapie immer die Bereitschaft des Patienten voraus, sich seinen eigenen bewussten oder unbewussten Problemen und Konflikten zu stellen.
Zur Behandlung des Clusterkopfschmerzes haben sich stärkere ergotaminhaltige Migränepräparate, als wirksam erwiesen. Bei starken Schmerzen ohne Reaktion auf o.g. Präparate helfen zuweilen auch örtliche Betäubungsmittel, die in den beteiligten Nervenknoten des Trigeminusnervs injiziert werden müssen.
Kopfschmerzen bei Neuralgien erfordern wiederum eine spezielle Medikamentenbehandlung, wobei u.U. mit Antidepressiva oder auch Neuroleptika behandelt werden kann. Versagen alle Medikamente, kann der Versuch unternommen werden, die schmerzleitenden Nervenfasern durch eine Operation auszuschalten und damit das Schmerzsyndrom zu heilen.
Bei symptomatischen Kopfschmerzen im Gefolge von Erkrankungen innerhalb oder außerhalb des Schädels richtet sich die Therapie primär gegen das Grundproblem, kann natürlich aber auch mit schmerzstillenden Präparaten kombiniert werden. Das Gleiche gilt für Kopfschmerzen, die im Rahmen von Allgemeinerkrankungen auftreten.
Vorbeugende Maßnahmen
Sind bestimmte Auslösesituationen oder -faktoren für die Kopfschmerzen bekannt, empfiehlt sich natürlich eine entsprechende Vermeidungsstrategie. Liegen die Ursachen für die Kopfschmerzen in psychischer Überforderung, Stress oder emotionaler Anspannung begründet, sollte man zumindest den Versuch unternehmen, durch körperliches und geistiges Ausgleichsprogramm, einen stabileren und entspannenderen Lebensrhythmus zu finden.

Merkmale, Diagnostik, Verlauf
Hinsichtlich Art, Intensität, Lokalisation und zeitlichem Verlauf können Kopfschmerzen ganz individuelle Ausprägungen annehmen. Dennoch sind typische Beschwerdebilder bei den einzelnen Formen der Kopfschmerzen bekannt, die dem Arzt in vielen Fällen eine ursächliche Zuordnung ermöglichen. Im Folgenden sollen die Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten der wichtigsten Arten von Kopfschmerz besprochen werden.

Primärer Kopfschmerz:
Allen Varianten des primären Kopfschmerzes ist gemein, dass sich trotz intensiver Diagnostik keine organisch fassbaren Ursachen finden lassen. Die Übergänge zwischen den einzelnen Kopfschmerzformen sind meistens fließend; charakteristischerweise hängen sie jedoch in starkem Maße mit der psychischen und emotionalen Befindlichkeit der Patienten zusammen.
Der vaskuläre Kopfschmerz tritt meistens periodisch, seltener auch chronisch auf. Seine Intensität ist unterschiedlich und reicht von anhaltendem Kopfdruck bis zum stechenden Schmerz wechselnder Lokalisation. Als Auslösefaktoren für vaskulären Kopfschmerz kommen emotionale Anspannung positiver oder negativer Art, klimatische Veränderungen, körperliche Überlastungen und bei Frauen die Periode in Betracht. Für vaskulären Kopfschmerz, der bereits im Kindesalter einsetzen kann, besteht möglicherweise eine genetische Grundlage, da diese Kopfschmerzform in einzelnen Familien gehäuft zu finden ist.
Tritt der Kopfschmerz vorwiegend einseitig auf und bestehen zusätzliche Begleitsymptome von Seiten des vegetativen Nervensystems wie Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbruch oder zusätzliche neurologische Ausfälle im Frühstadium des Anfalls, liegt der Verdacht auf Migräne nahe.
Der Schmerzcharakter beim Spannungskopfschmerz reicht vom Gefühl eines «Reifens um den Kopf» bis hin zu stechenden oder dumpfen, ein- oder beidseitigen Nackenbeschwerden. Verantwortlich hierfür sind in den meisten Fällen Verspannungen der kopfnahen Muskulatur, die meist in psychisch belastenden oder überfordernden Situationen auftreten. Im Gegensatz zum vaskulären Kopfschmerz liegt das Häufigkeitsmaximum des Spannungskopfschmerzes im mittleren Lebensalter. Eine familiäre Belastung ist nicht bekannt.

In den Bereich psychosomatischer Erkrankungen fällt der so genannte Konversionskopfschmerz, der in seiner Symptomatik dem vaskulären oder Spannungskopfschmerz ähnelt. Wie bei anderen psychosomatischen Erkrankungen auch, äußert sich dabei ein primär psychischer, meist unbewusster Konflikt in einem organischen Beschwerdebild. In diesem Fall als Kopfschmerz.

Unter Neuralgien versteht man einen bestimmten Typ von blitzartig einschießenden, heftigsten Schmerzattacken meist nur von Sekundendauer im Ausbreitungsgebiet eines Hautnervs. Am häufigsten treten Neuralgien als Trigeminusneuralgien im Ausbreitungsgebiet des Trigeminusnervs auf, der mit seinen 3 Ästen die Stirnregion, die Nasen-Wangen-Region und die Kinnpartie abdeckt.
Typischerweise lassen sich Neuralgieanfälle durch mechanische Stimulation im entsprechenden Areal zum Beispiel durch Sprechen, Kauen oder Rasieren auslösen. Phasen mit gehäuft auftretenden Schmerzattacken können sich mit symptomarmen Phasen abwechseln.
Weit weniger häufig treten Neuralgien auch im Versorgungsgebiet der Glossopharyngikusnerven am Zungengrund und in der hinteren Rachenregion sowie im Versorgungsgebiet des Okzipitalnervs im Hinterhauptbereich auf.

Eine besondere Form von heftigem Kopfschmerz mit Lokalisation in der Schläfenregion, hinter den Augen, im Oberkiefer und in der Stirn wird als Cluster- oder Bing-Horton-Kopfschmerz bezeichnet. Typischerweise tritt diese Kopfschmerzform bei Männern im mittleren Lebensalter auf und äußert sich als attackenartig einsetzende Schmerzen meist in den frühen Morgenstunden, die von einseitiger Rötung des Gesichtes, einseitigem Tränenfluss und Nasentriefen begleitet werden. Die Schmerzen erreichen ihr Maximum meist nach ungefähr 30 Minuten und klingen langsam über mehrere Stunden ab. Gehäuftes Auftreten innerhalb von 3 bis 6 Wochen wechselt oft mit längeren symptomfreien Phasen ab.

Symptomatische Kopfschmerzen bei Erkrankungen des Schädels:

Kopfschmerzen bei Hirntumoren können die unterschiedlichsten Erscheinungsformen annehmen. Von scharf umschrieben und stechend bis zu diffusem Druckgefühl im ganzen Kopf. Nur in seltenen Fällen kann von der Kopfschmerzlokalisation auf die Tumorlokalisation geschlossen werden. Relativ charakteristisch für Tumorkopfschmerzen ist die Verstärkung der Beschwerden bei Lagewechsel oder Pressen, manchmal auch bei Beklopfen des knöchernen Schädels in der fraglichen Region.
Aber auch lokale Entzündungen (Abszesse), lokale Gewebsschwellungen (Ödeme) oder Hirnblutungen können den Druck im Schädelinneren steigern und Kopfschmerzen hervorrufen. Meist wird in solchen Fällen das Beschwerdebild durch zusätzliche neurologische Ausfälle wie nach einem Schlaganfall oder Allgemeinsymptome wie Fieber oder Nackensteifigkeit beherrscht.
Einen besonderen Stellenwert nehmen in den Nacken ausstrahlende Kopfschmerzen bei Gefäßmissbildungen (Aneurysmen) des Gehirns ein, die manchmal einer vollständigen Gefäßzerreißung mit lebensbedrohlicher Hirnblutung vorausgehen. Eine solche Subarachnoidalblutung geht mit akut einsetzenden, heftigsten Kopfschmerzen, manchmal auch neurologischen Ausfällen einher und bedarf einer sofortigen stationären Überwachung und gegebenenfalls notfallmäßigen Behandlung.
Kopfschmerzen bei Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnentzündung (Enzephalitis) entwickeln sich hingegen langsam über Stunden und weisen einen meist dumpfen Schmerzcharakter auf. Nach Verletzungen im Kopfbereich, zum Beispiel nach schweren Unfällen, treten in 30 bis 50 Prozent der Fälle chronisch immer wiederkehrende Kopfschmerzen auf, die vom Charakter den vaskulären oder Spannungskopfschmerzen vergleichbar sind.
Kopfschmerz kann auch als Symptom von Erkrankungen der Augen (Glaukom, Augenentzündung, Augentumoren, Fehlstellungen der Augäpfel, Fehlsichtigkeit), Ohren (Mittelohrentzündung, Trommelfellriss), Nebenhöhlen (Nebenhöhlenentzündungen oder -tumoren) oder des Kiefers und der Zähne (Karies, Wurzelabszesse, Kiefergelenkschmerz) auftreten.
Heftiger einseitiger oder doppelseitiger Schläfenkopfschmerz ist charakteristisch für die Arteriitis temporalis, eine Entzündung des Schläfenblutgefäßes, welches als druckschmerzhafter Strang in der Schläfenregion hervortreten kann.
Überwiegend im Nacken lokalisierte Kopfschmerzen, die allerdings auch in den gesamten Kopf ausstrahlen können, lenken den Verdacht auf eine degenerative oder rheumatische Erkrankung der Halswirbelsäule. Die Beschwerden dieser Art sind oftmals lageabhängig und besonders morgens vor dem Aufstehen am heftigsten, so dass die Patienten manchmal aus dem Schlaf gerissen werden. Die Diagnose erhärtet sich durch Nachweis von Muskelverspannungen im Halsbereich sowie die Befunde einer Wirbelsäulenerkrankung im Röntgenbild.

Kopfschmerzen bei Allgemeinerkrankungen:

Blutdruckkrisen, schwere Nierenerkrankungen, Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyzythämie) aber auch Blutarmut (Anämie) oder Vergiftungen unterschiedlicher Art kommen als Auslöser von Kopfschmerzen in Betracht.
Die Diagnose Kopfschmerz zu stellen, ist relativ einfach. Viel schwieriger gestaltet sich die Ursachenforschung. Bei typischem Schmerzcharakter und Verlauf kann die Zuordnung zu einer der bekannten primären Kopfschmerzursachen manchmal allein aus der Schilderung der Beschwerden durch den Patienten erfolgen. In anderen Fällen müssen organische Erkrankungen im Kopf-, Hals-Nasen-Ohrenbereich und der Halsregion als auch Erkrankungen der inneren Organe und des gesamten Organismus ausgeschlossen werden. Kopfschmerz als Symptom an sich kennt eigentlich keine Komplikationen. Diese können allenfalls im Rahmen der zugrunde liegenden Erkrankungen auftreten und werden bei den entsprechenden Krankheitsbildern abgehandelt.


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