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TIPPS FÜR IHRE GESUNDHEIT

Gicht

Was ist Gicht?

Gicht wird gerne als "Wohlstandskrankheit" bezeichnet, weil sie in Notzeiten extrem selten auftritt. Heute erkranken etwa ein bis zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands an Gicht.
Die Erkrankung ist die Folge von zu viel Harnsäure im Körper beziehungsweise im Blut. Der Arzt diagnostiziert dies als so genannte Hyperurikämie, was nichts anderes bedeutet als "erhöhter Harnsäurespiegel im Blut".

Als Normalwert für Harnsäure gelten bei Männern bis zu 6,5 Milligramm (mg) Harnsäure pro Deziliter (dl) Blut. Bei Frauen vor den Wechseljahren sind etwa 5,5mg/dl normal, danach gleichen sich die Werte an die der Männer an. Ab einem Harnsäurewert von 7,0 mg/dl spricht man von einer Hyperurikämie.

Eine Hyperurikämie kann für sich alleine lange Zeit bestehen, ohne dass Krankheitssymptome auftreten. Je höher jedoch der Harnsäurespiegel ist, umso wahrscheinlicher wird das Auftreten von Gicht. So erleiden bei einer Konzentration von 8 bis 8,9 mg Harnsäure pro Deziliter Blut ein Viertel der Patienten im Laufe ihres Lebens einen Gichtanfall. Bei 9 mg/dl bekommen bereits 90 Prozent der Patienten einen Gichtanfall; gleichzeitig erkranken 13 Prozent an Nierensteinen, einer weiteren möglichen Folge der Hyperurikämie.

Die Gicht äußert sich meist in der Form eines akuten Gichtanfalls, einer sehr schmerzhaften Gelenkentzündung. Diese Entzündung geht mit der Schwellung und Rötung meist eines einzelnen Gelenkes einher, das zudem äußerst berührungsempfindlich ist. Ausgelöst wird die Entzündung durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen.

Bei fehlender oder ungenügender Behandlung der Gicht kann diese chronisch werden. Es bilden sich Harnsäureablagerungen in mehreren Gelenken, entzündliche Reaktionen sowie Knorpel- und Knochenzerstörungen mit arthritischen Gelenkveränderungen. Eine weitere Gefährdung für Gichtkranke besteht in einer Störung der Nierenfunktion (Gichtniere), die ebenfalls durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen entsteht.

Gicht beziehungsweise Hyperurikämie ist also eine ernstzunehmende Allgemeinerkrankung, die oft gemeinsam mit folgenden anderen Krankheiten oder Störungen auftritt:

  • Übergewicht
  • Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels
  • Bluthochdruck
  • Fettleber

An Gicht bzw. Hyperurikämie erkranken vorwiegend Männer, die den ersten Gichtanfall meist um das 40. bis 45. Lebensjahr herum bekommen.

Wie entsteht Gicht?

Gicht beruht in den meisten Fällen auf einer angeborenen Stoffwechselstörung. Man spricht in diesem Fall von einer primären Hyperurikämie. Neben der primären Form gibt es auch die sekundäre Hyperurikämie, die durch eine Blut- oder Nierenkrankheit ausgelöst werden kann.

Der bei der Hyperurikämie beobachtete erhöhte Harnsäurespiegel im Blut kommt über mehrere Stufen zustande:

  • Die angeborene Stoffwechselstörung bewirkt, dass nicht genügend Harnsäure über die Nieren ausgeschieden wird.
  • Es ist darüber hinaus möglich, dass der Körper selbst verstärkt Harnsäure bildet.
  • Ein dritter und entscheidender Einflussfaktor ist die Nahrung. Harnsäure ist ein Abbauprodukt der mit der Nahrung aufgenommenen Purine. Sie kann über die Nieren ausgeschieden werden. Purine sind natürliche Bestandteile der Lebensmittel, die wir täglich verzehren. Daher lässt sich die Menge der im Körper gebildeten Harnsäure und somit auch das Ausmaß einer Hyperurikämie bzw. Gicht über die Auswahl der Nahrungsmittel beeinflussen.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass die Veranlagung zu Gicht zwar vererbt wird, dass jedoch Ernährung und Lebensweise entscheidend dafür sind, ob die Krankheit ausbricht oder nicht.

Der Ausbruch einer Gichterkrankung wird gefördert durch:

  • Überernährung
  • fehlende Bewegung
  • zu hohe Purinaufnahme
  • zu viel Alkohol.

Alle Bemühungen in der Therapie von Hyperurikämie und Gicht zielen auf die Erniedrigung des Harnsäurespiegels im Blut bzw. auf eine Erhöhung der Ausscheidung dieser Harnsäure ab. Da die Harnsäure aus den in der Nahrung enthaltenen Purinen gebildet wird, ist eine Kontrolle der Purinaufnahme sehr wichtig.
Eine purinarme Ernährung ist auch dann günstig, wenn bereits Medikamente zur Senkung des Harnsäurespiegels eingenommen werden. Auf der anderen Seite kann eine Arzneimittelbehandlung keinen garantierten Schutz vor einem Gichtanfall bieten, wenn massive Ernährungsfehler begangen werden.


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