TIPPS FÜR IHRE GESUNDHEIT
Erkältungen - alle Jahre wieder
Die Erkältung oder der grippale Infekt ist durch Symptome wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber gekennzeichnet. Auslöser der Erkältung sind verschiedene Viren, z. B. das Rhinovirus, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Im Gegensatz zur echten Virusgrippe, der Influenza, verläuft sie in der Regel harmlos.
Vorsorge
Erkältungskrankheiten sind ein Zeichen dafür, dass der Körper bzw. die körpereigenen Abwehrkräfte erschöpft sind. Viel Ruhe und Schlaf helfen bei Erkältungskrankheiten am besten zur schnellen Erholung. Eine zusätzliche Schwitzkur mit Lindenblüten- oder Holunderblütentee sowie Fußbäder ersticken den grippalen Infekt oft schon im Keim.
Dennoch: Nur wer abgehärtet ist, kommt gut durch den Winter. Regelmäßiger Sport, Sauna- und Dampfbadbesuche oder tägliche Wechselduschen bringen das Immunsystem in Schwung. Dabei sollte man mindestens drei Monate vor der kalten Jahreszeit damit anfangen.
Der beste Schutz gegen Erkältungen ist ein starkes Immunsystem. Einige Arzneipflanzen wie zum Beispiel der Purpursonnenhut (Echinacea purpurea), der schmalblättrige Sonnenhut (Echinacea pallida), Eupatorium, Baptisia oder Thuja werden einzeln oder kombiniert zur Steigerung der körpereigenen Abwehr angewendet. Allerdings gilt dies nur für sachgerecht hergestellte Präparate mit ausreichend hoher Dosierung.
Auch eine ausgewogene Ernährung spielt eine Rolle. Nehmen Sie vor allem Vitamin C, z. B. in Form von Zitrusfrüchten, Kiwis oder auch in Tablettenform zu sich. Denn ausreichend Vitamin C unterstützt die Abwehrkräfte.
Wer anfällig ist, sollte seinen Körper rechtzeitig abhärten durch:
- regelmäßige Saunabesuche
- Wechselduschen
- Bewegung an frischer Luft
- pflanzliche Immunstimulantien aus der Apotheke
Die Kleidung sollte der Witterung angepaßt sein, damit der Körper nicht unterkühlt.
Hat es Sie doch einmal erwischt, ist es wichtig,
- auf ausreichende körperliche Schonung zu achten,
- viel zu trinken,
- für ausreichende Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen zu sorgen.
Da es gegen die Ursache der Erkrankung - die Viren - keine Medikamente gibt, können nur die einzelnen Beschwerden bekämpft werden. Grippemittel enthalten verschiedene Wirkstoffe gegen typische Erkältungssymptome und verbessern dadurch das Allgemeinbefinden. Auch alte Hausmittel, wie Inhalation mit Kamille und Wadenwickel zur Fiebersenkung sind bewährte Methoden, den grippalen Infekt zu bekämpfen. Gegen die Influenza ist eine vorbeugende, jährliche Schutzimpfung möglich.
Therapiemöglichkeiten
Die Behandlung einer "banalen" Erkältung orientiert sich an den Beschwerden. Ein Medikament, das den eigentlichen Verursacher, die Viren, bekämpft, gibt es nicht. In Apotheken und Drogerien steht eine Vielzahl von so genannten Grippemitteln zur Verfügung, die rezeptfrei erhältlich sind. Wenn einige Ratschläge befolgt werden, ist bei einer einfachen Erkältung mit Husten, Schnupfen und eventuell leichtem Fieber in der Regel keine ärztliche Behandlung notwendig. Halten die Symptome länger als 10 Tage an oder verstärken sich noch, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Allgemein ist es sinnvoll, das jeweilige Hauptsymptom einer Erkältungskrankheit mit einem Medikament zu behandeln und keine Kombinationspräparate zu verwenden.
Hier die häufigsten Symptome:
Schnupfen (Rhinitis)
Ein Schnupfen ist das häufigste Symptom eines grippalen Infekts. Er ist bei 80% der Erkrankungen dabei. Beim Schnupfen besiedeln Rhino-Viren die Nasenschleimhaut. Diese entzündet sich, schwillt an und produziert vermehrt Sekret, das zunächst wässrig, später zunehmend zäher, gelb-grünlich wird. Gleichzeitig stellen sich das Gefühl einer verstopften Nase sowie ein vermehrter Niesreiz ein.
Erleichterung bei Schnupfen schaffen Arzneimittel, deren Wirkstoffe die Nasenschleimhaut abschwellen lassen (Spray, Tropfen, Gel). Sie werden direkt auf die Nasenschleimhaut aufgetragen und bewirken, dass sich die Blutgefäß zusammenziehen. Die abschwellende Nasenschleimhaut macht auch die Ausführungsgänge der Nebenhöhlen frei. Das in den Nebenhöhlen gebildete Sekret kann so leichter abfließen, die Gefahr einer Nebenhöhlenentzündung vermindert sich.
Nasensprays sind jedoch nur für den kurzfristigen Einsatz gedacht - außer der Arzt hat eine längere Anwendung verordnet. Denn die Gefäße in der Nasenschleimhaut können ihre Weite selbständig regulieren, bei dauerhafter Anwendung von abschwellenden Nasensprays geht diese Fähigkeit verloren. Als Alternative zu Nasensprays erbringen Kochsalz-Nasentropfen (1 g Speisesalz in 100 ml Wasser) ebenfalls die gewünschte Wirkung.
Kommt es doch zur Entzündung der Nebenhöhlen, helfen verschiedene pflanzliche Präparate. Hält die Entzündung länger als drei Tage an, können Antibiotika erforderlich sein. Wohltuend für die Atemwege sind auch ätherische Öle wie z. B. Eukalyptus, Kampfer, Pfefferminz oder Kamille. Sie werden teilweise direkt auf die Haut aufgetragen oder in heißes Wasser gegeben und inhaliert. Auch das Inhalieren von heißem Dampf erleichtert das Atmen.
Bei Erkältungen und verschleimten Atemwegen gilt generell: viel Trinken, mindestens zwei Liter pro Tag! Das macht den Schleim flüssig und lässt ihn leichter abfließen. Feuchte Tücher über der Heizung sorgen für feuchte, reizarme Luft, die entzündete Schleimhäute schont. Bei einer akuten Bronchitis helfen Hustentees. Besonders krampflösend wirken Thymian und Spitzwegerich.
Nasennebenhöhlenentzündung
Weitet sich der Schnupfen aus, so wird daraus eine Nasennebenhöhlenentzündung, die auch Sinusitis genannt wird. Sie beginnt einige Tage nach dem Schnupfen und macht sich durch ein schmerzhaftes Druckgefühl hinter den Wangenknochen oder Augen bemerkbar. Die Schmerzen werden schlimmer, wenn man sich bückt, besonders heftig sind sie nach dem Aufstehen.
Husten
Erkältungsviren schädigen die Auskleidung der Atemwege, die mit Flimmerhärchen für den stetigen Selbstreinigungsmechanismus sorgt. Husten ist ein sinnvoller Schutzreflex. Fremdkörper werden auf diese Weise aus den Atemwegen befördert. Zusätzlich wird bei einer Erkältung aber mehr Schleim gebildet, der zäher als üblich ist. Der Schleim wird schlechter abtransportiert und reizt die freien Nervenenden in den Atemwegen. Als Reaktion darauf entsteht Husten. Zu Beginn einer Erkältung ist er meist noch trocken, also unproduktiv.
Zu Beginn einer Erkältung ist der Husten meist trocken. In diesem Fall helfen häufig alte Hausmittel wie heiße Milch mit Honig oder frei verkäufliche Hustenblocker wie Dextromethorphan, Pentoxyverin oder Clobutinol. Sie wirken auf das Hustenzentrum im Gehirn und vermindern die Hustenanfälle. Beruhigende, codeinhaltige Hustenblocker sind in der Regel rezeptpflichtig und müssen vom Arzt verschrieben werden. Sie werden eingesetzt, wenn man sich durch den Husten stark beeinträchtigt fühlt, gerade nachts. Auch Auszüge von Heilpflanzen, etwa aus Eibischwurzel oder Isländisch-Moos werden bei Reizhusten eingesetzt.
Wird der Husten schließlich schleimhaltiger, d. h. "produktiver", sollte man tagsüber Hustenlöser (Expektorantien) einsetzen. Der Wirkstoff Acetylcystein beispielsweise verändert die Struktur des Schleims, macht ihn weniger zäh und erleichtert so einen Abtransport. Wirkstoffe wie Ambroxol oder Bromhexin regen die Produktion eines dünnflüssigen Schleims an. Expektorantien gibt es - abhängig natürlich vom Wirkstoff - in den unterschiedlichsten Darreichsformen, als Saft, Kapseln, als Brausetabletten oder als Granulat zum Auflösen. Die letztgenannten Präparate haben den Vorteil, dass man zusätzlich zum Wirkstoff gleich auch Flüssigkeit zu sich nimmt.
Husten kann sich durchaus als sehr hartnäckig erweisen; selbst Wochen nach der Erkältung können die Atemwege noch empfindlich reagieren. Zum Arzt sollte man gehen, wenn der Husten länger als zwei Wochen dauert, wenn man heiser wird, wenn man Atembeschwerden hat oder mit Schmerzen hinter dem Brustbein zu kämpfen hat. Ärztlichen Rat sollte man sich auf alle Fälle einholen, wenn sich der Schleim gelblich verfärbt oder durch Blutbeimengungen rötlich aussieht.
Bronchitis
Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhäute im Bereich der tiefen Atemwege. Eine akute Bronchitis entsteht, wenn sich die Erkältungsviren auch auf die Bronchialschleimhäute ausweiten. Zwei bis drei Tage nach dem ersten Anzeichen einer Erkältung entwickeln die Betroffenen einen schmerzhaften, starken Husten, dessen Auswurf weiß bis gelblich ist. Oftmals kommen Fieber und Atembeschwerden hinzu. Starke Raucher und Menschen mit einem Lungenleiden, beispielsweise Asthmatiker, sind besonders gefährdet, an Bronchitis zu erkranken.
Die "echte" Grippe/Influenza wird zwar auch durch Viren übertragen, zählt aber nicht zu den Erkältungskrankheiten. Sie beginnt plötzlich, mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl. Im Gegensatz zu anderen Viren weiten sich Influenza-Viren sehr häufig auf Lunge, Gehirn oder Herz aus.
Fieber
Fieber ist ein wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers und sollte deswegen nur in Ausnahmefällen gesenkt werden. Sind die Beschwerden unerträglich, drücken kalte Wadenwickel die Temperatur nach unten. Den Arzt sollte man unbedingt aufsuchen, wenn man hohes Fieber hat und die Krankheitssymptome über mehrere Tage hinweg unverändert andauern. Die Einnahme von Medikamenten ist erst ab einer Temperatur von 39 Grad ratsam, Standardmedikamente sind Acetylsalicylsäure (kurz: ASS) und Paracetamol. ASS darf aber nicht von Kindern und Jugendlichen bei fieberhaften Erkrankungen eingenommen werden, wegen der Gefahr des "Reye-Syndroms", einer akuten, oft tödlichen Leber-Hirn-Erkrankung. Ohne ärztliche Empfehlung sollten diese Präparate sowieso nicht über einen längeren Zeitraum oder in höherer Dosierung eingenommen werden.
Halsschmerzen
Halsschmerzen oder ein Kratzen im Hals sind medikamentös schwer zu beeinflussen. Gurgellösungen enthalten Wirkstoffe, die dem Wachstum von Keimen im Mund- und Rachenraum entgegenwirken. Außerdem sorgen sie für die Befeuchtung der Schleimhaut. Lutschtabletten und Halssprays helfen, die Schmerzen zu lindern - zum Beispiel durch leicht betäubend wirkende Arzneistoffe. Dazu gehören Substanzen wie Benzocain und Lidocain, die das Schmerzempfinden mindern. Genauso gut wirken manchmal auch Pfefferminz- oder Salbei-Bonbons oder das Gurgeln mit warmen Kamillen, Tormentill- oder Salbeitees. Bei Heiserkeit sollte man die Stimme schonen. Dauert die Heiserkeit länger als eine Woche oder bei besonders starken Halsschmerzen sollte der Arzt aufgesucht werden.
Kopf- und Gliederschmerzen
Bei Kopf- und Gliederschmerzen kommen kurzfristig Schmerzmittel zum Einsatz, die gleichzeitig auch das Fieber senken. Mit zu den bekanntesten Wirkstoffen zählen Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen. Gewisse Anhaltspunkte für die Auswahl bieten die Eigenschaften der Wirkstoffe: ASS und Ibuprofen wirken in erster Linie entzündungshemmend und schmerzlindernd, Paracetamol fiebersenkend und schmerzlindernd.
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