Tipps für Ihre Gesundheit
Allergie, die neue Volkskrankheit
Allergien sind weltweit auf dem Vormarsch: während Ende der zwanziger Jahre lediglich ein bis zwei Prozent der Menschen an einem Heuschnupfen litten, sind es jetzt bereits zwölf Prozent. Immer häufiger trifft es auch Kleinkinder oder sogar Säuglinge. Schon etwa 20 % der Kinder unter drei Jahren sind an einer Allergie erkrankt. In Deutschland leiden 24% der Bevölkerung unter einer Allergie, etwa die Hälfte davon leidet an Heuschnupfen.
Immer mehr Menschen reagieren zunehmend empfindlicher auf ganz normale Dinge des Alltags und der Umwelt, z. B. auf Hausstaub, Tierhaare, die Sonne, auf bestimmte Nahrungsmittel und Chemikalien. Warum reagiert der Körper überempfindlich auf bestimmte Stoffe und was kann jeder selber tun, um sich zu schützen?
Was ist eine Allergie?
Allergie ist die erworbene Überempfindlichkeit (Hypersensibilität) des Körpers gegenüber Stoffen des Lebensraumes. Die allergischen Reaktionen sind im Grunde ganz normale Immunantworten, die jedoch fehlgesteuert sind. Das Immunsystem kann dann nicht mehr zwischen schädlichen und unschädlichen Substanzen unterscheiden und produziert darüber hinaus zu viele Antikörper, so dass es zu einer allergischen Reaktion kommt. Das Abwehrsystem des Körpers wirkt also schädigend gegen seinen eigenen Organismus. Jeder neue Kontakt mit dem Allergen (allergieauslösender Stoff) wird diese Reaktion dann erneut in Gang setzen.
Welche Allergien werden unterschieden?
- Inhalationsallergie (Pollen, Hausstaub),
- Nahrungsmittelallergie (Milch, Gewürze),
- Insektengiftallergie (Wespen, Bienen),
- Arzneimittelallergie (Penicillin),
- Kontaktallergie (Haare, Metalle)
Wie wird die Allergie behandelt?
Anzahl und Herkunft der allergieauslösenden Stoffe sind kaum überschaubar. Heute gibt es ungefähr 20.000 Stoffe, die eine Allergie auslösen können. Entsprechend schwierig ist die ärztliche Diagnose. Besteht der Verdacht auf eine Allergie sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt sprechen.
Wichtig ist eine gezielte Behandlung der Allergie, denn Allergien können in einigen Fällen sogar zu chronischen Erkrankungen führen.
- Welcher Stoff die Allergie auslöst kann in vielen Fällen durch einen Allergietest geklärt werden.
- Erster und wichtigster Schritt: Vermeiden Sie den Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff.
- Oft ist auch eine so genannte Hyposensibilisierung möglich. Bei dieser Methode wird dem Patienten eine immer höhere Dosis des Allergens verabreicht, bis der Körper den Stoff verträgt.
- Tragen Sie als Allergiker immer einen Allergiepass mit sich, damit Sie auch in Notfallsituationen sicher sein können.
- Schnell wirkende Antiallergika helfen im akuten Fall.
- Calciumtabletten helfen gegen Allergien vorzubeugen und mindern die allergische Reaktion.
- Auch bei Heuschnupfen gibt es bewährte Medikamente zur Vorbeugung.
Zeitplan für Allergene
- Baum- und Gräserpollen fliegen von Februar bis Mai beziehungsweise von April bis September.
- Schimmelpilze benötigen etwa 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur um die 20 Grad Celsius. Sie sind am aktivsten im Frühjahr und Herbst, wenn die Räume beheizt sind und das Wetter feucht ist.
- Milben fühlen sich am wohlsten, wenn die Luftfeuchtigkeit 70 bis 75 Prozent beträgt und die Temperatur im Bereich von 20 bis 25 Grad Celsius liegt. Vor allem nachts leiden die Patienten unter allergischen Beschwerden.
- Auch in Nahrungsmitteln verstecken sich viele Allergene, da darin häufig Milch- und Hühnereiweiß verarbeitet werden. Diäten bei denen bestimmte Nahrungsmittel bewusst ausgeschlossen werden weisen hier den Weg.
Adressen
Allergie- Dokumentations- und Informations- Zentrum (ADIZ)
Burgstraße 12, 33175 Bad Lippspringe
Tel.: 05252/95-4500 Information, 05252/95-4502 Sekretariat, Fax.: 05252/95-4501, ADIZ-Mailbox 05252/99-9-35 ISDN, 05252/99-9-34
Modem Allergie- und umweltkrankes Kind e. V.
Westerholter Straße 142, 45892 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/30530
Allergiker Selbsthilfe e.V. - Bundesverband
Beate Schmitt, Herman-Löns-Weg 11a, 65779 Kelkheim, Tel.: 06195/910674
Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind e.V.
Hauptstraße 29, 35745 Herborn, Tel.: 02772/928730
Beratungsstelle für Allergie und Asthmatiker
Lacombletstraße 9, 40239 Düsseldorf, Tel.: 0211/622598
Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.
Fontanestr. 14, 53173 Bonn, Tel.: 0228/351091, Fax.: 0228/363743
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)
Hindenburgstraße 110, 41061 Mönchengladbach, Tel.: 02161/814940
Literaturhinweise
Bergen, N., "Das juckt so!" So helfen Sie Ihrem Kind bei Allergien. Hamburg: Rowohlt, 1998.
Bergen, N., Allergie bei Kindern. Umweltschadstoffe, Nahrungsmittel- und Inhalationsallergien. München: Dt., Taschenbuch-Verl., 1995.
Drouve, U.; Schöni, M. H., Die Ernährung des allergischen Kindes. Krankheitsbilder, Prävention und therapeutische Maßnahmen. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft GmbH, 1997.
Zenker, W., Heuschnupfen richtig verstehen und behandeln. Düsseldorf: Econ, 1995.
Niedner, R.; Berger, R., Heuschnupfen und Arzneimittel. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 1994.
Enders, N., Homöopathische Heuschnupfenfibel. Ein Lesebuch über Allergien, Asthma und auch Erkältungen. Heidelberg: Karl F. Haug / Höthig GmbH, 1992.
Stiftung Warentest (Hg.), Ratgeber Gesundheit. Allergien. Stuttgart: Zenit-Pressevertrieb; Stuttgart: Stiftung Warentest Vertrieb, 1991.
Schmickl, G., Reizende Welt: Wie man mit Allergien leben kann. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1999.
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